• THE SHALLOWS

    Die Gefahr aus der Tiefe!

„THE SHALLOWS – Gefahr aus der Tiefe“ hatte am 21. Juni 2016 in New York seine Premiere, ende August kommt er in unsere Kinos!

Nancy (Blake Lively) möchte eigentlich nichts weiter tun, als das Meer und die Natur zu genießen. Die geübte Surferin wird bei ihrem Ritt auf den Wellen jedoch von einem Weißen Hai überrascht. Mit Müh und Not kann sie sich auf einen Felsen nur wenige hundert Meter vor dem Strand retten. Ein anderes Schicksal ereilt da zwei weitere Surfer, die sie zuvor noch spaßig begrüßt hatte. Mit einer Wunde am Bein versucht sie nun zur Boje zu kommen, die nur wenige Meter von ihr entfernt schwimmt. Dort hätte sie die Möglichkeit, den blutdürstigen Hai in die Flucht zu schlagen und endlich an den Strand in Sicherheit zu kommen. Doch mit jeder vergehenden Minute zeichnet sich für Nancy ein Willenskampf gegen sich selbst, die Wellen und nicht zuletzt den gefährlichen Hai ab. Schafft sie es, die Küste zu erreichen?

Quelle kino.de

  • Das sagt Sharkproject dazu:

    Gerhard Wegner und Friederike Kremer-Obrock

Gerhard Wegner

Präsident von SHARKPROJECT International

Am 25. August 2016 kommt „SHALLOWS“ in die Kinos. Bekanntlich hat 1975 „DER WEISSE HAI“ von Steven Spielberg in hohem Maße den Hai in den Köpfen vieler Menschen als Menschfresser und Killermaschine verankert. Das wirkt bis zum heutigen Tag nach.
Verstärkt der neue Film diese „Gefahr“?

Gerhard Wegner:

Ich glaube nicht, dass es so etwas wie »JAWS« noch einmal geben wird. Um eine solche Breitenwirkung wie damals zu erzielen, muss ein Film auch in die jeweilige Zeit passen. Hier hat sich zum Glück einiges verändert.
Aus dem Killer von damals ist heute ein bedrohtes Tier geworden. Das zeigt auch unsere repräsentative Umfrage, die wir regelmäßig in Deutschland durchführen.
Aber das heißt nicht, dass ein solcher blutrünstiger Horrorfilm keinerlei Wirkung zeigt: Er wird wieder bestehende Ängste verstärken und neue schaffen. Wie »JAWS« wird auch »SHALLOWS« dem Haischutz schaden. Wenn auch nicht mehr so spektakulär wie damals.

Die Haischutzorganisation SHARKPROJECT setzt sich seit 14 Jahren für die Entkriminalisierung der Haie ein und versteht sich als Marketingagentur für den Hai.

Wenn mit diesem Film ein Rückschlag zu befürchten ist: wie wird SHARKPROJECT darauf reagieren?

Friederike Kremer-Obrock:

Fakt ist, dass dieser Film der erste Film nach Steven Spielbergs Meisterwerk von 1975 ist, den wir ernst nehmen müssen. Bisherige Horrorfilme oder Thriller mit Haien entsprachen eher Trash-Formaten. Das ist hier nicht der Fall.
Wieder wird mit Urängsten gespielt, wieder wird der Hai in einer Art und Weise dargestellt, die für den unwissenden Kinobesucher beängstigend ist. Das Monster aus dem Meer, die Killermaschine. SHARKPROJECT geht in die Öffentlichkeit und klärt auf – diesmal sogar direkt an den Kinokassen. Wir streben gerade Kooperationen mit Kinos an, die entweder den Film als solches schon kritisch betrachten oder, wenn sie den Film ins Programm nehmen, die unser Infomaterial ihren Kinobesuchern anbieten.
Der Fernsehsender RTL Nitro ist da ein gutes Vorbild. In den „SHARKWEEKS“, die gefühlt alle halbe Jahr dort laufen, werden zwar auch Filme wie „DER WEISSE HAI“ gezeigt, aber es folgen nach solchen Filmen im direkten Anschluss seriöse Dokumentationen, die der Realität entsprechen und das Bild vom Hai gerade rücken. 

Friederike Kremer-Obrock

Präsidentin von SHARKPROJECT Germany

Die grausame Jagd auf Haie wird immer noch praktiziert.

SHARKPROJECT kämpft hier schon seit Jahren und sensibilisiert zu diesem Thema, mit beachtlichen Erfolgen.
Besteht nun die Gefahr, dass das Verständnis für die Haijagd sich wieder verstärkt?

Gerhard Wegner:

Hier müssen wir klar unterscheiden. Die Jagd auf den Hai ist ein gnadenloses Business. Da geht es um viel Geld. Ein Film wie »SHALLOWS« wird daran nichts ändern.
Anders sieht es bei der breiten Öffentlichkeit aus, die wir als Lobby brauchen, um genau gegen diesen blutigen Industriezweig zu kämpfen. Hier ist die durch den Film neu geweckte Angst mehr als kontraproduktiv. Sie schadet klar dem Widerstand gegen die Haiflossenindustrie, und damit dem Haischutz.

Der Große Weiße Hai, den man im Trailer sehen kann, ist ein gewaltiges Tier. Wie realistisch ist diese Darstellung eigentlich tatsächlich?

Friederike Kremer-Obrock:

Wir kennen nicht den ganzen Film, aber das, was ich da im Trailer gesehen habe, ist völlig unrealistisch. Wie katapultiert sich ein Großer Weißer Hai mit geschätzten und völlig überzogenen 7 Meter Länge in Strandnähe so hoch aus dem Wasser? Seine bei weitem kleineren Artgenossen vor der Küste Südafrikas brauchen dafür eine Tiefe von mindestens 20 Metern, um nach stark beschleunigtem vertikalem Aufstieg hoch zu springen. 

biss the shalows

Auch der Biss im Bein der Frau, so hübsch klein und nicht wirklich tief, passt nun nicht wirklich zu diesem Hai, der dann Minuten später den Kollegen vom Brett holt und in zwei Teile reißt.

Und warum sollte das Tier sich permanent auf die Lauer legen und die Frau fressen wollen, bewusst die Flut abwarten, und dann die Boje bewusst anrempeln, damit die Frau runterfällt? Ich verstehe das nicht.
Das verstehen eben nur jene, die diesen Horrorfilm gedreht haben, und mit völlig unrealistischen Verhaltensweisen und Darstellungen wieder einmal ein Bild eines Tieres zeichnen, das so nicht existiert.

Sie selbst kennen Große Weiße Haie in freier Natur, sind schon oft und an verschiedenen Orten auf dieser Welt mit ihnen getaucht.
Was ist das für ein Gefühl? Wie haben Sie die Tiere erlebt?

Gerhard Wegner:

Niemals als Monster und Menschenfresser.
Mit einem Raubtier zu interagieren, ist immer ein besonderes Erlebnis. Und wenn das Tier so groß und mythengespickt ist wie ein Großer Weißer Hai, dann wird das Erlebnis noch einzigartiger. Ich bin mit den Haien frei getaucht oder geschützt in einem speziellen U-Boot: niemals hatte ich das Gefühl einer Gefährdung oder gar, dass sie mich fressen wollten.
Was ich fühlte, war Respekt. Tiefen Respekt vor einem solch gewaltigen Raubtier, vor seiner Kraft und seiner Intelligenz. Ein solches Tier als blutrünstige, rein instinktiv gesteuerte Killermaschine zu zeigen, ist falsch und respektlos, immer wieder.

Spielbergs Film „DER WEISSE HAI“ hat das Bild vieler Menschen sehr negativ beeinflusst, als er den Hai als Monster und Killer darstellte. Noch heute hat ein Großteil der Generation, die mit diesem Film aufgewachsen ist, Angst vor dem Hai.
Wie steuert SHARKPROJECT gegen? Besteht nicht die Gefahr, dass die nächsten Generationen von Jugendlichen auch diese Angst lernt?

Friederike Kremer-Obrock:

Ich bin immer wieder erstaunt, wie aufgeklärt viele Kinder und Jugendliche dem Thema Haie und dem marinen Ökosystem gegenüberstehen.
Bei unseren Vorträgen und Veranstaltungen kommt es regelmäßig vor, dass Kinder ihren Eltern und den erfahrenen Sharkprojectlern genauestens erklären, wie die Unterwasserwelt funktioniert. Trotzdem haben wir noch sehr viel Arbeit vor uns.
Das Wichtigste ist es in der Tat, jetzt die nächste Generation aufzuklären.
Wir bilden daher bundesweit Schulreferenten aus, die im Rahmen unseres Schulprogramms von interessierten Einrichtungen eingeladen werden, und dort referieren. Das geht schon im Kindergarten los, und bis zur gymnasialen Oberstufe. Das Grundschulprogramm (3.-4. Klasse) ist für Lehrer und Schulen zum Download auf unserer Webseite vorhanden; das internationale Schulprogramm ist derzeit in Deutsch und Englisch erhältlich. Übersetzungen in Französisch, Italienisch und Spanisch sind aktuell in Arbeit.
SHARKPROJECT freut sich sehr darüber, dass wir neuerdings in verschiedenen Städten Deutschlands mit der ARCHE zusammen arbeiten. Wir bringen gemeinsam Kindern, die sich sonst eher nicht mit dem Ökosystem Meer und mit der Rolle des Hais darin auseinandersetzen würden, dieses Thema näher.
Unsere rund 40 Schulreferenten könnten, um die vielen Anfragen von Institutionen und Schulen zu bewältigen, aber gerne auch Verstärkung gebrauchen. Bei Interesse w
enden Sie sich bitte anschulprojekt@sharkproject.org. Alle weiteren Informationen zu unserer Arbeit gibt es auf unserer Homepage www.sharkproject.org.

Text & Fotos (c) Gerhard Wegner, Meik Obrock / SHARKPROJECT, Film-Stills (c) SONY

Interview zu Verfügung gestellt von SHARKPROJECT

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