• Alles was du über Tauchmasken

    wissen musst!

von Felix Dziekan – felixtravelblog.de

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Damit du mit deiner Tauchermaske viel Freude hast, möchte ich dir hier Tipps zur richtigen Maskenwahl und Infos rund um sinnvolles Zubehör geben. Außerdem erkläre ich dir, was du tun kannst, wenn deine Taucherbrille beschlägt oder Wasser rein läuft.

Deine Maske kann dir sehr viel Freude bereiten. Aber sie birgt auch hohes Frustpotential – und zwar dann, wenn du eine falsche oder nicht optimal sitzende Maske hast. Ich habe selbst lange nach einer brauchbaren Maske gesucht, bis schließlich eine gefunden habe die mir perfekt passt.

Bevor ich aber dazu komme, wie du die richtige Maske für dich findest, möchte ich zuerst auf die Basics eingehen. So trivial wie das Thema auch aussehen mag, es gibt doch einiges zu wissen.

Maskenbasics

Was ist der Unterschied zwischen einer Taucherbrille und Tauchermaske?

Formal korrekt heißt das Ding Tauchermaske. Wenn es ums Tauchen oder Schnorcheln geht, wird dich aber vermutlich auch jeder verstehen, wenn du Taucherbrille sagst. Ich verwende hier einfach beide Begriffe gleichwertig.

Was ist der Unterschied zwischen einer Tauchermaske und einer Schwimmbrille?

Die Tauchermaske heißt so, da sie, anders als eine Schwimmbrille, auch die Nase umschließt- und zwar aus folgendem Grund: Je tiefer du tauchst, desto stärker wird der Wasserdruck. Deine Maske wird also immer fester angedrückt umso tiefer du gehst. Das kann schon bei geringen Tiefen leicht schmerzhaft werden und zu Druckstellen führen.

Da die Tauchermaske jedoch die Nase umschließt, kannst du jederzeit durch die Nase ausatmen und so einen Druckausgleich in der Maske herbeiführen. Ist der Druck innerhalb und außerhalb der Maske gleich, wird die Maske nicht mehr angedrückt und sitzt bequem.

Bei einer Schwimmbrille fehlt der sogenannte Nasenerker und ist deshalb nicht zum Tauchen geeignet.

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Rahmen

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Maskenband

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Glas

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Nasenerker

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Schnallen

1. Rahmen

2. Maskenband

3. Glas

4. Nasenerker

5. Schnallen

Ein kleiner Überblick über die wichtigsten Maskentypen

Die Anzahl verschiedener Maskentypen ist recht übersichtlich:

Einglasmasken

Einglasmasken waren die ersten Masken, die entwickelt wurden. Sie haben ein sehr großes Innenvolumen und ein sehr großes Sichtfeld. Wen der Steg in der Mitte einer Zweiglasmaske stört, der ist hier sehr gut aufgehoben. Für Brillenträger sind diese Masken eher weniger geeignet, da man keine geschliffenen Gläser mit Sehstärke einsetzen kann.

Bild von Beitrag Mares One Vision

Zweiglasmasken

Zweiglasmasken werden immer beliebter und sind meines Empfindens nach bereits deutlich weiter verbreitet als Einglasmasken. Zweiglasmasken haben meist ein geringeres Innenvolumen als Einglasmasken (wenn man von Apnoemasken einmal absieht) und sind die Maske deiner Wahl, wenn du Brillenträger bist und optische Gläser in deiner Taucherbrille einsetzen lassen willst

Rahmenlose Tauchermasken

Rahmenlose Masken haben, wie der Name schon sagt, keinen Rahmen. Das Silikon ist direkt mit den Gläsern verbunden. Dadurch wird die Maske flexibler und hat ein kleineres Innenvolumen.

Bild von Beitrag – Ein Klassiker nun auch in Weiß!

Die richtige Taucherbrille für dich

Ok, jetzt kommen wir aber endlich zu den Dingen, die du beachten solltest, wenn du dich nach einer neuen Tauchermaske umsiehst.

Worauf kommt es bei einer guten Tauchermaske an?

Mit Masken ist das wie bei allen Klamotten: Nur weil meine Maske für mich perfekt ist, muss sie das nicht auch für dich sein. Es gibt nicht die eine Maske für jeden. Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse und andere Gesichtsformen. So brauchen z.B. Brillenträger eher eine Maske mit getrennten Gläsern, damit sie geschliffene Gläser einfügen können. Andere bevorzugen ein möglichst kleines Volumen; wiederum andere ein möglichst großes Sichtfeld.

Es gibt jedoch ein paar Kriterien, die dürften wohl bei jedem Taucher gleich sein. Die Maske sollte mindestens:

• dicht sein

• nicht beschlagen

• und bequem zu tragen sein

Tipps zum Kauf: Anprobieren

Die Maske probierst du am besten folgendermaßen an:

1. Maskenband nach vorne über die Maske hängen lassen.

2. Maske aufs Gesicht drücken und durch die Nase einatmen.

3. Leicht nach vorne beugen, die Maske sollte immer noch auf dem Gesicht sitzen ohne dass du sie festhalten musst.

Das Maskenband selbst dient nicht dazu, die Maske fest zu halten, sondern lediglich um sie zu fixieren. Es bringt auch (meistens) nichts, das Maskenband fester anzuziehen, wenn Wasser reinläuft – oft liegt da dann das Problem wo anders.

Noch ein Tipp:

Das Maskenglas sollte nicht aus Kunststoff sein (Kunststoff trübt ein). Aus Sicherheitsgründen
solltest du darauf achten, Masken mit kratz- und bruchfestem Glas (sogenanntes Tempered Glass) zu kaufen.

So sitzt die Maske perfekt

Außer dass die Maske auch ohne Band halten sollte, habe ich hier noch drei weitere Tipps für dich, den perfekten Sitz zu überprüfen.

  1. Der Maskenrand darf nicht zu nahe an den Augenwinkeln oder an den Augenbrauen sein.
  2. Die Nase sollte ausreichend Platz haben und nicht von der Maske eingequetscht werden
  3. Der Steg der Maske darf nicht gegen die Nase drücken.

Die Taucherbrille benutzen

Auch easy: Aufsetzen und reinspringen, oder? Jup, genau so ist es! Es gibt allerdings ein paar kleine Kniffe, die dir das Leben durchaus leichter machen – speziell, wenn deine Maske neu ist.

Vor dem ersten Tauchgang

Bei der Produktion der Maske bildet sich ein Film aus Silikon auf der Innenseite. Wenn du diesen nicht entfernst, wird die Maske unter Wasser dauernd beschlagen. Um den Film zu entfernen gibt es zwei Möglichkeiten.

1. Zahnpasta

Methode Nr. 1 ist die Zahnpasta-Methode. Du reibst deine Maske innen mit Zahnpasta ein, lässt diese antrocknen und spülst sie danach gründlich aus. Am besten funktioniert Zahnpasta, die Zähne aufhellen soll. Diese Methode ist etwas zeitaufwändig; ich musste sie bei meiner Maske sogar ganze drei Mal anwenden, bevor der Film endlich komplett entfernt war. Dafür ist sie aber auf jeden Fall nachhaltiger als die nachfolgende Methode.

2. Ausbrennen

Beim Ausbrennen der Maske gehst du mit dem Feuerzeug leicht über die Innenseite der Maske bis sich der Film aufgelöst hat. Danach wischt du die schwarzen Stellen ab und kannst die Maske benutzen. Geht schnell, aber ich bin kein Fan davon und würde hiervon auch generell abraten, da man hier sein teures Equipment sehr leicht beschädigen kann.

So verhinderst du ein Beschlagen deiner Taucherbrille

Aber zuerst: Warum beschlägt eine Taucherbrille überhaupt? Die Antwort ist simpel: Der Temperaturunterschied des umgebenden Wassers zu innen liegenden Luft führt zu einer Kondensation am Glas der Maske, welche in Folge dessen beschlägt. Das Ganze ist so ähnlich wie beim Kochen mit Deckel. Falls du eine tiefer gehende Erklärung haben möchtest, schau mal hier.

Um ein Beschlagen der Maske zu verhindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Die Maske sollte wie oben bereits beschrieben vor dem ersten Tauchgang von dem Silikonfilm, der bei der Produktion entsteht, befreit sein

2. Vor dem Tauchgang kann man die Gläser mit einem Mittel behandeln, welches Beschlagen verhindert. Da wären z.B. Sea-Drops, Spülmittel, Shampoo oder die natürliche Variante: Spucke

So geht’s:

Direkt vor dem Tauchgang spuckst du in die Maske oder verteilst einen kleinen Tropfen des Mittels deiner Wahl auf dem Glas und verreibst es. Anschließend spülst du die Maske aus und setzt sie sofort auf.

Mein Tipp:

Vermeide Spülmittel oder Shampoo – das brennt in den Augen. Verwende stattdessen lieber Baby
Shampoo oder die umweltfreundlichste Variante und mein Favorit: Spucke

Während des Tauchgangs oder beim Schnorcheln

Sollte trotz aller Vorbereitung die Maske beschlagen, lass einfach ein bisschen Wasser in die Maske laufen, schau nach unten und schwenke dabei den Kopf ein bisschen hin und her. Sobald du wieder freie Sicht hast, atme durch die Nase aus um das Wasser wieder aus der Maske zu kriegen.

Die Maske richtig aufsetzen

Die beste Methode eine Maske aufzusetzen ist das Maskenband, wie beim anprobieren, nach vorne über die Maske hängen zu lassen. Die Haare aus der Stirn wischen, die Maske aufs Gesicht drücken und dann erst das Maskenband über den Kopf zu ziehen. So kannst du sicher stellen dass keine Haare in die Maske fallen.

Machst du es hingegen anders herum, also zuerst das Maskenband über den Kopf und dann die Maske von oben ins Gesicht, besteht eine große Chance, dass dir Haare in die Maske hängen und Wasser reinläuft.

Mein Tipp:

Falls du öfters Probleme mit Haaren in der Maske hast, kannst du diese mit einem Kopftuch oder
einem Stirnband unter Kontrolle kriegen

Verlieren der Maske verhindern

Um ehrlich zu sein, habe ich noch niemanden gesehen, der seine Maske verloren hat. Trotzdem finde ich, dass es eine schlechte Angewohnheit ist, die Maske auf die Stirn zu setzen. Besser ist es, sie im Wasser um den Hals zu tragen um so das Risiko zu minimieren, die Maske zu verlieren.

Probleme mit einer undichter Maske

Nach dem Beschlagen der Taucherbrille ist vermutlich Wassereintritt eines der am weitesten verbreiteten Probleme. Hier zeige ich dir ein paar Gründe auf, warum deine Maske undicht sein könnte und wie du jene beheben kannst.

  1. Du lachst unter Wasser Wenn du lachst, bewegen sich viele Gesichtsmuskel., dabei kann es passieren, dass eine Lücke am Maskenrand entsteht und Wasser einläuft. Also besser nicht lachen oder grinsen.
  2. Du hast einen Bart Je nachdem wie lang dein Bart ist, kann das dafür sorgen, dass die Maske über der Oberlippe nicht dicht ist. Vaseline hilft hier. Schmiere den Bart über der Oberlippe damit ein – so füllst du die Lücken auf.
  3. Du hast Haare in der Maske Setze die Maske immer, wie oben beschrieben, korrekt auf oder versuche den Trick mit dem Kopftuch.
  4. Der Maskenrand ist verdreht Das lässt sich leicht beheben. Ziehe die Maske einfach nach vorne vom Gesicht weg und das Problem sollte sich von selbst lösen. Hierbei musst du aufpassen, dass du beim Wiederaufsetzen keine Haare in die Maske bekommst.
  5. Du hast das Maskenband zu fest angezogen Hierdurch kann es passieren, dass der Maskenrand gequetscht wird und nicht mehr hundertprozentig dicht ist. Solltest du nach dem Tauchen Druckstellen im Gesicht haben, lockerer das Band vor dem nächsten Tauchgang.
  6. Die Maske passt einfach nicht Das geschieht oft bei geliehenen Masken, die vorher nicht richtig anprobiert wurden. Hier gibt es eigentlich keine andere Lösung als dir eine andere Maske zu besorgen. Am besten ist es sowieso du kaufst dir deine eigene.

Nützliches Zubehör

Zubehör, welches ich für sinnvoll halte, gibt es für Taucherbrillen recht wenig. Da wären:

  • Maskenband
  • Schnorchel und Schnorchelhalter
  • Maskenbox

  • Maskenbox

Ich habe mir hier keine spezielle Box zugelegt. Meine Maske kam in einer Hartplastikschachtel, die ich immer noch zur Aufbewahrung verwende. Das einzige Manko bei dem Ding ist, das der Verschluss nicht mehr richtig zugeht. Maskenboxen aus Plastik gibt es schon ab ca. 5 € bei Amazon. Schicker und platzsparender sind da natürlich Taschen mit Klettverschluss, Polsterung und evtl. extra Fächern.

Mein Tipp:

Mein Tipp: Egal welche Art von Box oder Tasche holst, achte darauf, dass noch genügend Platz für Ersatzteile oder Zubehör wie z.B. ein Antibeschlagmittel vorhanden ist.

  • Neopren Maskenband

Ein Neopren Maskenband wird schlicht über das normale Maskenband gezogen. Dazu wird das Maskenband an einem Ende von der Maske gelöst, einfach durch den Überzug durchgefädelt und anschließend wieder festgemacht. Ich finde dass das Aufsetzen und Tragen der Maske mit einem solchen Überzug deutlich bequemer ist als ohne. Die gibt es mit lustigen Motiven; Tauchschulen verkaufen oft welche mit Ihrem jeweiligen Logo versehen sind.

  • Schnorchel und Schnorchelhalter

Ein Schnorchel zählt nicht direkt als Maskenzubehör und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich selten einen dabei habe. An meinem Schnorchel habe ich einen Schnorchelhalter zum Klippen befestigt, damit ich ihn großes Gefummel an der Maske anbringen und entfernen kann.

Fazit

So, das war jetzt ganz schön viel Stoff für etwas „Banales“ wie eine Tauchermaske. Ich habe mich bemüht, alles möglichst kurz und verständlich zu fassen. Falls ich etwas vergessen habe: Ich freue mich über Kommentare.

Gruß Felix

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3 Antworten
  1. Diver_Ralf
    Diver_Ralf says:

    Vielleicht noch eine Ergänzung. Am Maskenband sollten keine Enden abstehen, in denen sich eine Bojenleine beim setzen verfangen könnte. Also die Schlaufen am Maskenband so verschieben, dass die Überlängen nicht abstehen und einen Schnorchelhalter entfernen – braucht kein Mensch. Seit meinen Jugendtauchabzeichen bei DLRG vor 30 Jahren schiebe ich den Schnorchel, wenn ich ihn nutze, einfach seitlich unter das Maskenband.

    Antworten
  2. Tobi
    Tobi says:

    Ein weiterer Grund für eine Undichtigkeit der Maske kann sich die Tatsache sein, dass der Maskenrand teilweise unter und teilweise über der Kopfhaube liegt.
    Beim Aufsetzen darauf achten, dass die Maske vollständig auf der Haut (bei geeigneten Kopfhaube auch vollständig auf der Haube) aufliegt.

    Antworten
  3. Nikolaus
    Nikolaus says:

    Zum Anprobieren einer Maske sollte immer ein Mundstück in den Mund genommen werden (Schnorchel oder Atemreglermundstück) da insbesondere die Oberlippe dadurch eine andere Position bekommt.

    Antworten

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